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Offene Bayerische Einzelmeisterschaft ID-Judo in Freising am 14.02.2026

Freising (sm) – Zum zweiten Mal nach 2020 richtete der Judoclub Freising am vergangenen Samstag in Zusammenarbeit mit der offenen Behindertenarbeit (OBA) der Lebenshilfe Freising die offene Bayerische Einzelmeisterschaft im ID-Judo (G-Judo) aus. Veranstalter waren der Bayerische Judo-Verband (Ressort Integration und Inklusion) und Special Olympics Bayern (SOBY) im Rahmen ihrer Kooperation.

Der internationale Begriff „ID-Judo“, steht dabei für „intellectual disability“ und weist auf die geistige Behinderung der Judo-Athleten hin. Weitaus gebräuchlicher und vielleicht sogar treffender ist aber die Bezeichnung „G-Judo“ für gehandicapte Judoka.
In ihren Grußworten bekräftigten der Schirmherr der Veranstaltung, Freisings Sportreferent Jürgen Mieskes, sowie der 1. Vorsitzende der Lebenshilfe Freising und Stellvertreter des Landrats, Robert Wäger, dass der inklusive Sport heute kein Randthema mehr sei, sondern mitten in der Gesellschaft angekommen wäre. „Freising steht für inklusiven Sport“, so der einhellige Tenor. Mieskes schloss seine sehr persönliche Rede mit Blick auf Athleten und ihre Betreuer sowie die Familien der Teilnehmer mit den eindringlichen Worten. „Es geht nicht um Grenzen, sondern um Möglichkeiten“. Wäger dankte nicht nur dem ausrichtenden Judoclub, sondern auch seinen Mitarbeitern für ihr Engagement bei der Organisation dieses Events. Den Teilnehmern gab er außerdem mit auf den Weg, ihre Sportbegeisterung unbedingt an die Familie und Freunde weiterzugeben. „Das gilt nicht nur für den Judo-Sport, sondern auch für alle anderen Sportarten“, so sein Hinweis.
Beeindruckend für das Publikum und vor allem die Besucher, die erstmals einer solchen Meisterschaft beiwohnen durften, waren sicher die Herzlichkeit, Freude und Fairness, mit der die gehandicapten Judoka aufeinander zu- und miteinander umgehen. Egal ob gewonnen oder verloren, egal, welche Platzierung für den Einzelnen heraussprang, am Ende lagen sich die beiden Kontrahenten meistens glücklich in den Armen. So fühlten sich alle wie Sieger und der Sport hatte seine Kernaufgabe unabhängig von den Ergebnissen erfüllt. Der Spaß an der Bewegung, die Freude am Kräftemessen nach sportlichen Regeln, aber auch der freundschaftliche Umgang mit den Sportkameraden war während des gesamten Wettkampfes bei allen Teilnehmern zu spüren.
Mehr als 60 Judoka aus Bayern, Baden-Württemberg und Österreich gingen in der Freisinger Luitpoldanlage in drei Wettkampf- und 23 Gewichtsklassen an den Start. Darunter waren auch sieben Teilnehmer des Freisinger Judoclubs, die von ihrer Trainerin Monika Schicho und Karl-Heinz Kiefer betreut wurden.
In der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm (WK2) wurde Lothar Schmidt seiner Favoritenrolle mit einer starken Leistung gerecht. Drei überzeugende Siege gegen Maximilian Massepp, Benedikt Tröger (beide Heilpädagogisches Centrum Augustinum Tagesstätte) und seinen Vereinskameraden Markus Wrubel, der am Ende Vierter wurde, bescherten ihm den Titel eines Bayerischen Meister.
Silber gab es für Oliver Falkner (bis 60 kg, WK3) und Domenik Zapf (bis 84 kg, WK3). Falkner konnte zwei deutliche Erfolge über Oskar Scharf (Heilpädagogisches Centrum Augustinum Tagesstätte) und seinen Vereinskameraden Josef Machtl, der im Endklassement Rang vier belegte, verbuchen. Den entscheidenden Kampf um Gold und Silber verlor Falkner allerdings gegen Jannik Damianidis vom Budo-Club Ismaning. Zapf gewann zunächst gegen Josef Rettenwender (Judounion Hallein-Golling), verlor dann aber gegen den späteren Sieger seiner Klasse, Jay Strauß vom ASV Rott am Inn.
Jeweils die Bronze-Medaille erkämpften sich Florian Linder (bis 94 kg, WK2) und Patrick Röckelein (bis 55 kg, WK3). Lindner startete mit zwei Niederlagen in das Turnier, konnte sich dann aber gegen Dzenis Husovic (Heilpädagogisches Centrum Augustinum Tagesstätte) durchsetzen. Für Röckelein nahm das Turnier den exakt umgekehrten Verlauf. Nach einem Auftaktsieg über Luis Scharf (Heilpädagogisches Centrum Augustinum Tagesstätte) verlor er seine beiden nächsten Begegnungen und beendete das Turnier ebenfalls auf Rang drei.

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 Ein Gruppenbild aller Teilnehmer mit ihren Betreuern und Trainern. Hintere Reihe: 3. von rechts Sportreferent Jürgen Mieskes, 5. von rechts Lebenshilfe-Vorsitzender Robert Wäger.

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Josef Machtl (links) gratuliert seinem Kontrahenten Jannik Damianidis (Ismaning) zum Sieg. 

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 Oliver Falkner (rechts) nach seinem Sieg gegen Oskar Scharf (Augustinum München).

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 Patrick Röckelein (oben) hat seinen Gegner Luis Scharf (Augustinum München) fest im Griff.

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Josef Machtl jubelt trotz einer Niederlage - Dabeisein ist alles. 

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 Domenik Zapf (rechts) und Betreuer Karl-Heinz Kiefer.

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 Josef Machtl (rechts) im Duell gegen seinen Vereinskameraden Oliver Falkner (links).

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 Der Bayerische Meister Lothar Schmidt (rechts) freut sich nach einem seiner Siege.

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 Die Freisinger Kämpfer und ihre Betreuer. Von links: Domenik Zapf, Oliver Falkner, das Trainerteam Karl-Heinz Kiefer und Monika Schicho, Lothar Schmidt, Markus Wrubel, Florian Lindner, Josef Machtl, Vorstand Andreas Schwaiger und Patrick Röckelein.