Freising (sm) – Der TSV Kösching bleibt der Lieblingsgegner der Freisinger Judoka. Am vierten Kampftag der Bezirksliga-Nord behielten die Domstädter in einer wechselvollen Begegnung vor eigenem Publikum mit 14:6 am Ende deutlich die Oberhand und gaben mit nunmehr 2:6 Zählern die rote Laterne an die Köschinger ab.

Vor der Begegnung waren die Voraussetzungen alles andere als gut, die Siegesserie gegen Kösching fortsetzen und endlich den ersten Saisonsieg einfahren zu können. Die Freisinger hatten nach zahlreichen verletzungsbedingten Ausfällen und kurzfristigen Absagen Mühe, überhaupt eine komplette Mannschaft auf die Matte zu schicken. Letztlich war es Markus Klemm, der am Kampftag extra aus Dresden anreiste, und Schwergewichtler Christian Hamberger, der immer einspringt wenn Not am Mann ist, zu verdanken, dass keine Lücken in der Aufstellung blieben. Und auch nach dem ersten Durchgang, den die Gäste mit 6:4 gewannen, deutete wenig auf ein solches Endergebnis hin. Die Freisinger, für die Christoph Emmer, Andreas Schwaiger, Jan Elschen und Alexander Prasch punkten konnten, kämpften nicht schlecht, ließen aber die ein oder andere Chance auf ein besseres Zwischenergebnis liegen.

Mangels Alternativen schickte Interimscoach Andreas Schwaiger, der den beruflich verhinderten Stefan Steinsdorfer vertrat, die exakt gleiche Aufstellung auch im zweiten Abschnitt ins Rennen. Mit mehr als einem Unentschieden für die Gastgeber rechnete zu diesem Zeitpunkt eigentlich kaum jemand in der Halle. Was dann aber passierte lässt sich mit Worten kaum erklären und erreicht fast schon historische Dimensionen. Die Domstädter gewannen sage und schreibe alle zehn Begegnungen des zweiten Durchgangs. Man muss schon ganz, ganz tief im Vereinsarchiv graben, um ein ähnliches Resultat zu finden. Der Judoclub-Vorsitzende Hans Reisch konnte sich noch an einen Kampf in Rosenheim im Jahr 1979 oder 1980 erinnern, als ein ähnliches Kunststück gelang. Damals drehten die Freisinger ebenfalls mit einem perfekten zweiten Durchgang einen 2:8-Pausenrückstand noch in einen 12:8-Erfolg. Wenn man nach dem Auslöser dieser Leistungsexplosion sucht, dann stößt man wahrscheinlich auf den zweiten Kampf im Leichtgewicht. Nach dem sicheren Erfolg von Christoph Emmer, mühte sich Marco Mühlhans fünf Minuten ab, ehe ihm mit dem Schlussgong die entscheidenden Wertung gelang, die den viel umjubelten Ausgleich zum 6:6 brachte. Danach kämpften sich die Domstädter in einen wahren Rausch und niemand wollte auch nur einen Punkt abgeben. Philipp Pachocki, Ludwig Hörger, Tino Kittler, Andreas Schwaiger, Jan Elschen, Christian Hamberger, Markus Klemm und am Ende Alexander Prasch mit einem Hüftwurf der Extraklasse schrieben wahrlich Judoclub-Geschichte.

Judomannschaft Kösching

Das erfolgreiche Judoclub-Team gegen Kösching.

Christoph Emmer Kösching

Christoph Emmer (links) besiegt im Leichtgewicht Adrian Sponar (Kösching).

Andreas Schwaiger Kösching

Andreas Schwaiger (unten) gewinnt bis 90 Kilogramm gegen Armin Grau (Kösching).

Wettkampfliste Kösching

Und hier die offizielle Wettkampfliste mit dem historischen Ergebnis im zweiten Durchgang.