Freising (sm) – Der Judoclub Freising kann auch in den kommenden beiden Jahren auf seine bewährte Führungsmannschaft bauen. Das ist das wichtigste Ergebnis der Mitgliederversammlung, die am Freitagabend in der Sportgaststätte Attaching stattfand.

Eigentlich waren alle Voraussetzungen für eine entspannte und geordnete Versammlung gegeben, doch die am Nachmittag eingetroffene Email eines langjährigen Mitglieds sorgte für erhebliche Turbulenzen. Die Kritik an der Vereinsführung aus dieser Richtung ist nicht neu, erreichte in dem aktuellen Schreiben aber eine neue Dimension und gipfelte in persönlichen Anschuldigungen gegen die dreiköpfige Vorstandschaft. Die haltlosen Vorwürfe riefen bei den 23 anwesenden Mitgliedern des Judoclubs teilweise lautstarke Empörung hervor und sorgten immer wieder für ungläubiges Kopfschütteln. Trotz der massiven Kritik des bezeichnender Weise nicht persönlich anwesenden Mitglieds wurden die gleichberechtigten Vorsitzenden Michael Emmer, Hans Reisch und Mark Singer in Einzelabstimmung ohne Gegenstimme bei jeweils einer Enthaltung wiedergewählt und gehen damit in ihre zehnte Amtszeit. Zudem lobte die Versammlung den Vorstand ebenso wie das Organisationskomitee zum 50-jährigen Jubiläum ausdrücklich für ihre geleistete Arbeit. Während Reisch und Singer sich zusätzlich um die Finanzen kümmern, obliegt Emmer die Verantwortung im Jugendbereich. Für die Öffentlichkeitsarbeit ist weiterhin Wolfgang Prasch verantwortlich und der Revisor heißt nach wie vor Hubert Maier.

Zuvor hatte die Versammlung nach der Begrüßung ihrem im Juli 2013 verstorbenen Mitglied Helmut Kratzer, der dem Judoclub mehr als 44 Jahre die Treue gehalten hatte, gedacht. In ihrem Rechenschaftsbericht ließ die Vorstandschaft dann das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren. Bei der Mitgliederentwicklung konnte durch diverse Aktivitäten und trotz der Fluktuation im Jugendbereich ein weiterer Aufbau erreicht werden. Derzeit zählt der Judoclub Freising 125 Aktive und Passive. Sportlich zeigt sich die Männermannschaft in Bezirksliga gefestigt und rangiert aktuell sogar auf Rang zwei der Tabelle. Aus dem Nachwuchsbereich konnte Jugendleiter Michael Emmer einige erfreuliche Ergebnisse vermelden. Der letzte Anfängerkurs von Karl-Heinz Kiefer war mit 20 Teilnehmern sehr gut besucht. Die besten Jugendlichen erkämpften sich 2013 und 2014 zahlreiche Podestplätze bis zu den südbayerischen Titelkämpfen und werden regelmäßig zu Lehrgängen des Oberbayernkaders eingeladen. Um den Unterbau zu stärken gibt es seit 2011 für die Kleinsten eine „Judo-Vorschule", die von Gabi Emmer mit großem Erfolg geleitet wird. Im Schnitt tummeln sich dort inzwischen 12 bis 15 „Zwergerl" einmal wöchentlich auf der Judomatte. Die ebenfalls von Karl-Heinz Kiefer geleitete Breitensportgruppe hat wieder Zuwachs bekommen und ist aus dem Vereinsleben des Judoclubs überhaupt nicht mehr wegzudenken.

Auch finanziell steht der Judoclub auf soliden Beinen. Die Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben erbrachte für das abgelaufene Kalenderjahr aufgrund einiger größerer Spenden und strenger Ausgabendisziplin ein Plus von 2.117 Euro, das demnächst aber komplett in neue Mattenteile investiert werden muss.

Ein wesentlicher Punkt der Tagesordnung war außerdem der Rückblick auf die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Vereinsjubiläum am 5. April diesen Jahres. Die Vorstandschaft bedankte sich noch einmal für die tatkräftige Unterstützung der vielen helfenden Mitglieder, die in monatelanger Vorarbeit ein buntes Programm auf die Beine gestellt hat. Der Höhepunkt dabei waren sicher die beiden sehr gut besuchten Lehrgänge mit Ex-Weltmeister Florian Wanner. Die Resonanz seitens der Teilnehmer, des Bayerischen Judo-Verbandes (BJV), des Bezirks Oberbayern und des Hilfe-Vereins „Judoka für Judoka", dem der komplette Erlös dieser Aktion zugutekam, war jedenfalls überwältigend, wie Hans Reisch stolz zu berichten wusste.